Rezension „Menu surprise“ von Martin Walker

Rezension "Menu surprise" von Martin Walker

Kurzvita zu Martin Walker

Martin Walker studierte Geschichte und Internationale Beziehungen und Wirtschaft in Oxford und Harvard. Er war 25 Jahre für den britischen The Guardian tätig. Seit einigen Jahren ist er Senior Fellow bei Global Business Policy Council ein, einer Denkfabrik der Unternehmensberatung A.T. Kearney. 

Er veröffentlichte auch Bücher über den Kalten Krieg, die Perestroika und über die USA. Sein Zukunftsthriller „Germany 2064“ stand 2015 auf der Shortlist für den deutschen Wirtschaftsbuchpreis.

1999 zog er mit seiner Familie ins Périgord.

Zum Inhalt "Menu surprise"

Martin Walker hat „Menu surprise“, den elften Band der Reihe „Bruno, Chef de police“ eindrucksvoll im Steigenberger Hotel Bad Homburg vorgestellt. Wir waren dabei und im Artikel dazu: Martin Walker in Bad Homburg könnt ihr sehen, wie begeistert wir waren. 

Wie bei jedem Band der Reihe, handelt sich nicht nur um einen Krimi, sondern es werden auch politisch brisante und sozialkritische Themen behandelt. Und das alles geschieht in der Atmosphäre des „Savoire vivre“ und der französischen Küche, im Besonderen mit Köstlichkeiten aus dem Périgord. Und was wäre Frankreich ohne L’Amour? Also es ist für jeden etwas dabei.

Warnung: Auf keinen Fall mit hungrigem Magen lesen! Sogar wenn du satt bist, bekommst du soooo Lust aufs „Genießen“.

Wer diese Reihe kennt, weiß, dass Bruno Courrèges nicht nur der Dorfpolizist in der fiktiven Kleinstadt Saint-Denis, sondern auch die gute Seele und der Rugby Trainer der Frauenjugendmannschaft. Er weiß alle Geburtstage, Jubiläen und kennt die Beziehungsgeflechte seiner Mitbürger.

Es gibt eine Homepage von Bruno, die von Martin Walkers Tochter Kate betreut wird. Hier erfährt man schnell das Wichtigste über Bruno. Sogar seine Playlist von Spotify!

Es gibt auch eine deutsche Seite, die zwar nicht aktuell, aber dennoch amüsant ist.

In „Menu surprise“ darf Bruno in Pamelas Kochschule zeigen, was er als Chef de Cuisine drauf hat. Allerdings fehlt noch die prominenteste Teilnehmerin. Sie wird vermisst.

Es gibt natürlich einen Kriminalfall, sogar einen Doppelmord, der wieder einen politschen bzw. terroristischen Hintergrund hat. Der Fall ist nicht so einfach gelagert, weil wie im Klappentext schon zu lesen ist, Bruno die vermisste Frau „in einem vermeintlichen Liebesnest“ findet. Was steckt wirklich dahinter?

Aber auch seine soziale Seite wird benötigt. Seine beste Rugbyspielerin ist ungewollt schwanger. Wie geht man damit um? Auch die Thematik des Schwangerschaftsabbruchs steht im Focus. Vor allem Bruno stellt sich die Frage, wozu darf oder kann er dem Mädchen raten?

Und der Leser leidet zusammen mit Bruno. Wird Isabelle diese Nacht bleiben? Es wäre so einfach, wenn Isabelle keine Karriere machen wollen würde oder Pamela Kinder wollen würde. Aber ihr wisst ja: 

Wenn das Wörtchen wenn nicht wär‘, dann wär das Leben halb so schwer.

5/5 Punkten

Sprachliche Gestaltung "Menu Surprise"

Martin Walker erzählt aus der Perspektive Brunos. Das lässt den Leser/Hörer sehr nahe ans Geschehen und vor allem die Hauptperson kommen. Die Kapitellänge ist angenehm.

Martin Walker gelingt es, in seinen Büchern politisches Zeitgeschehen einzubauen, ohne dass es konstruiert wirkt. Er war, wie schon erwähnt, 25 Jahre politischer Berichterstatter und weiß worüber er schreibt, und das merkt man seinen Büchern an. Also kurz und gut: Es liest sich wunderbar!.

5/5 Punkten

Cover und äußere Erscheinung

Das Covermotiv ist ein Foto (Adobe Stock) von Jean-Michel Priaux. Es zeigt ein altes Landhaus und passt so richtig gut zu Martin Walkers Bruno Reihe.

Ich mag die Diogenes Bücher dieser Reihe, weißer Coverumschlag, auf dem Buchrücken das Diogenes Logo, Autor und Titel. Das sieht auch sehr schön im Bücherschrank aus. 

Bruno wird übrigens in elf Sprachen übersetzt.

5/5 Punkten

Die Playlist zu "Menu surprise" lohnt sich, anzusehen!

Gibt es ein Hörbuch?

Ja, es gibt ein ungekürztes Hörbuch, das sehr gut von Johannes Steck gesprochen wird. Er verleiht Bruno eine passende Stimme. Kopfkino klappt prima.

Allerdings, wer auf einer Lesung von Martin Walker schon einmal Moritz Stöpel gehört hat, gibt mir sicher Recht, dass man glauben kann, man hört Bruno selbst.

Fazit "Menu surprise"

Ich hatte die große Freude, Martin Walker auf einer Lesung in Bad Homburg kennenzulernen. Er ist ein großer Autor, ein genialer Entertainer und ein wirklich sehr sympathischer Mensch, der freudig auf seine Leser zu geht.

Die Bruno Reihe gefällt mir sehr gut, weil aktuelles Zeitgeschehen, politische Sichtweisen und eine schwierige Liebesgeschichte in der Kriminalgeschichte verpackt sind. Ich finde es raffiniert, wie Martin Walker diese Liebe ohne viel Worte beschreibt und es dennoch einen Hauch von versteckter Erotik besitzt.

Na ja, und jeder, der gerne gut isst, kommt hier auf seine Kosten. Selbst, wenn man wie ich Vegetarierin ist und nie im Leben so etwas wie eine Stopfleber essen würde. Ich finde, das ist Tierquälerei. Ich esse gerne so ziemlich alles, was keine Augen besitzt und bekomme bei Martin Walkers Büchern immer Hunger.

Martin Walker zeigt an Brunos Alltag, wie eine gut gehende Gemeinschaft funktioniert. Bruno ist nicht nur Chef de Police, sondern übernimmt viele ehrenamtliche Tätigkeit für die kleine Stadt. „Man kümmert sich umeinander!“

Ich habe „Germany 2064“ bestellt und auf meine Leseliste gesetzt. Wisst ihr, was total traurig ist, gleichgültig wie lange ihr lebt, ihr werdet nie alle Bücher lesen können. Schluchz!

Ich vergebe insgesamt 5/5 Punkte

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